HERALDISCHE GESTALTEN FÜR WOLFKER VON STEIN
Katalogtext zur Ausstellung in der Galerie Wohlleben, Calw/Stuttgart 1989
Diesen Menschen des kleinen Poigreiches um die Stadt Horn im niederösterreichischen Waldviertel und dem kleinen Adeligen Wolfker von Stein, dessen Name durch wenige Nennungen in Urkunden als Wohltäter des Stiftes Altenburg überliefert ist, gehört im Besonderern meine Zuneigung.
Meine Arbeit ist bestimmt von der Erinnerung an heraldische Situationen, Wappen, Tapisserien des Mittelalters, und ich achte den Menschen als ein Wesen mit geschichtlichem Bewußtsein. Die Wirklichkeit ereignet sich ihm immer wieder neu. Dabei wiederholt sich das, was schon in ferner Vergangenheit im Spiel war. Und doch richtet sich das Tun und Deuten zugleich auf die Zukunft.
Die festen Regeln und Gesetze der Wappenkunst - heute weitgehend ohne Bedeutung und in der Kunst nicht existent und auch anarchistisch - waren für mich Vorherbild und Anknüpfung, hatten aber keine Notwendigkeit im Befolgen, sondern sind Anlaß zur Paraphrase. Meine Bildübung ist ohne äußerlichen Bezug zum Jetzt, Neubildung mit Zeichen einer Bildsprache alter Herkunft, denen ich nicht entkomme.


